23 Mai 2019

Klasse 8c: Besuch im Unterricht / Thema: Jugoslawien

Am 02.04.19 kam Frau Fehric zu Klasse 8C und hat uns über Jugoslawien berichtet. Ihre Eltern kamen aus Jugoslawien nach Deutschland als Gastarbeiter. Jugoslawien war in sechs Republiken aufgeteilt (Bosnien – Herzegowina, Slowenien, Kroatien, Mazedonien, Montenegro, Serbien)

 

Die Flagge besteht aus drei Farben. Jede Farbe hat eine Bedeutung.

  • Rot – Erkämpfter Sieg / Sozialismus
  • Weiß – Freiheit
  • Blau – Für den Himmel

Auf der Flagge ist noch ein roter Stern, umrandet mit gelb. Er steht, wie die Farbe Rot, für Soziales.

Jugoslawien war ein Staat im Süden von Europa. Es gab ihn viele Jahre lang. Zuerst gab es Könige, ab 1945 regierten die Sozialisten. Jugoslawien umfasste die heutigen Staaten Slowenien, Kroatien, Serbien, Bosnien-Herzegowina, Montenegro, Kosovo und Nordmazedonien. Die Hauptstadt war Belgrad. Zwischen den Völkern gab es immer wieder Streit.

Wie kam es zu dem Staat?

Schon im 19. Jahrhundert gab es die Idee einen gemeinsamen Staat für mehrere Völker zu gründen: die slawischen Völker im Süden von Europa. Dahinter stand vor allem das Königreich Serbien, das größer werden wollte. Allerdings wohnten viele Südslawen in Österreich-Ungarn, einem mächtigen, großen Staat. Im Jahr 1918 endete der Erste Weltkrieg. Österreich-Ungarn hatte verloren und wurde aufgeteilt. Der neue südslawische Staat hieß zuerst ,,Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen“ und später ,,Jugoslawien“. Das bedeutet: Land der Südslawen.

Wie kamen die Völker miteinander aus?

Viele Menschen fanden die Idee an sich gut, dass es Jugoslawien gab. Die Völker der Südslawen lebten nämlich oft durcheinander. Man hätte nur schwer sagen können, wo z.B. eine Landesgrenze zwischen Serben und Kroaten sein sollte. Außerdem sprachen die Völker meist ähnliche Sprachen: Serbisch, Kroatisch und Bosnisch zum Beispiel. Deshalb war die Amtssprache Serbokroatisch. Die Kroaten kamen gar nicht mit den Muslimen aus.

Warum gibt es kein Jugoslawien mehr?

Im Jahr 1980 starb Josip Tito, der starke Chef des Staates. Bald darauf kam mehr Streit auf. 1991 erklärten Slowenien, Kroatien, Bosnien, und Mazedonien, dass sie lieber unabhängig sein wollten. Das wollte Serbien aber nicht. So kam es zu einer Reihe von Kriegen, die bis 1999 andauerten.

Vor allem in Bosnien und Herzegowina wurden viele Menschen umgebracht, aber auch in Teilen von Kroatien. In Slowenien wiederum gab es so gut wie keinen Krieg. Zuletzt blieben nur noch Serbien und Montenegro als ,,Jugoslawien“ zusammen. Im Jahr 2006 erklärte sich auch Montenegro unabhängig.

In diesem Krieg wurden nicht nur Soldaten getötet, sondern auch viele unbewaffnete Männer und sogar Frauen und Kinder. Zahlreiche Armeeführer und Staatsführer kamen deshalb vor Gericht. Das Gericht war international, nämlich das UNO-Kriegsverbrechertribunal in der Stadt Den Haag in den Niederlanden. Das Gericht tagte immer wieder über nun fast drei Jahrzehnte.

Was ist im Zweiten Weltkrieg mit Jugoslawien passiert?

Als das Deutsche Reich Jugoslawien im April 1941 den Krieg erklärte, zerfiel der Staat aufgrund seiner inneren Widersprüche innerhalb weniger Tage, ohne dass den Angreifern großer Widerstand entgegensetzt wurde. Der Zweite Weltkrieg war in Jugoslawien gleichzeitig ein Bürgerkrieg mit zahllosen unübersichtlichen Fronten, die auch quer zu den ethnischen Grenzen verliefen. Bald bildeten sich in Jugoslawien Partisaneneinheiten, die den Besatzern Widerstand leisteten: Bald dominierten die kommunistischen Partisanen unter Josip Broz Tito das Geschehen. Am Ende setzten sich die Kommunisten durch und Tito übernahm mit seiner Partei die Macht im wiedererstandenen Jugoslawien.

Diana Post und Josephine Möbius

     

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